Der OFC feiert 125-jähriges Bestehen

Der Verein Kickers Offenbach wurde am 27. Mai 1901 im Restaurant „Rheinischer Hof“ in der Offenbacher Herrnstraße unter dem Namen Offenbacher Fußballclub Kickers 1901 e.V. gegründet. Seine erste Blütezeit erlebte der OFC in den 1930er und 1940er Jahren. Die Kickers gewannen zwischen 1934 und 1944 sechs Mal die Meisterschaft der Gauliga Südwest bzw. der Hessen-Nassau und qualifizierten sich damit jeweils für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.

Mannschaft 1902

Mit der Einführung der Bundesliga zur Saison 1963/64 endete für die Kickers überraschend die Zeit der Erstklassigkeit. Den Vereinen der Oberliga Süd wurden in der neuen Bundesliga fünf Plätze zugestanden. Im Januar 1963 vergab der Bundesliga-Ausschuss des DFB die ersten beiden Plätze an den 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt. Am 11. Mai 1963 wurden die übrigen drei Bundesligisten aus dem Süden benannt: Der Karlsruher SC, VfB Stuttgart und der frischgebackene Südmeister TSV 1860 München. Offenbach blieb außen vor. Alle Proteste blieben jedoch ohne Erfolg, und so spielte der OFC fortan in der zweitklassigen Regionalliga Süd. Der Aufstieg in die Bundesliga gelang erst fünf Jahre später, 1968. In den beiden Vorjahren war man jeweils in der Aufstiegsrunde gescheitert.

Wie sich später herausstellte, ging im Abstiegskampf der Saison 1970/71 jedoch nicht alles mit rechten Dingen zu. Nachdem am letzten Spieltag der Abstieg der Kickers feststand, enthüllte Präsident Horst-Gregorio Canellas auf der Feier anlässlich seines 50. Geburtstages, dass bei einigen Spielen geschoben wurde. Um die Manipulationen nachweisen zu können, war Canellas zum Schein selbst auf Bestechungsangebote eingegangen und hatte dabei heimlich Tonbandaufnahmen erstellt. Der „Bundesligaskandal“ sollte Fußball-Deutschland noch lange beschäftigen.

Die Saison 1974/75 begann mit einem Paukenschlag: Am 1. Spieltag schoss der OFC den amtierenden Deutschen Meister und Europapokalsieger FC Bayern München im Frankfurter Waldstadion mit 6:0 ab. Es war die bis dato höchste Niederlage der Bayern in der Bundesliga und ist bis heute der höchste Sieg der Offenbacher Bundesligageschichte. Der OFC war damit erstmals Tabellenführer der Bundesliga und konnte sich in dieser Saison im oberen Drittel etablieren. In der Folge spielte der OFC jedoch gegen den Abstieg.

Nach Lizenzentzug und sportlichen Abstiegen spielte der OFC nur einige Jahre später nur noch viertklassig. Nach fünf Spielzeiten in der Amateur-Oberliga Hessen konnten sich die Kickers 1994 für die neu eingeführte drittklassige Regionalliga Süd qualifizieren. Dort stieg man jedoch nach nur einer Saison in die nunmehr nur noch viertklassige Oberliga Hessen ab. Nach zwei Jahren in der Viertklassigkeit gelang den Kickers 1997 unter dramatischen Umständen der Wiederaufstieg in die Regionalliga. Im entscheidenden Aufstiegsspiel lagen die Offenbacher gegen den FC Memmingen mit 2:3 zurück, als die im Mannheimer Rhein-Neckar-Stadion ausgetragene Partie in der 89. Minute wegen eines Flutlichtausfalls abgebrochen werden musste. Das Wiederholungsspiel gewannen die Kickers im Stuttgarter Neckarstadion dank der beiden Jokertore von Giuseppe Messinese mit 2:0.

Obwohl die Aufstiegsmannschaft kaum verstärkt wurde, konnten sich die Kickers auf Anhieb in der Spitzengruppe der Regionalliga Süd etablieren. Der OFC erlebte infolgedessen einen kaum für möglich gehaltenen Zuschauerboom. In der Saison 1997/98 pilgerten im Schnitt 12.844 Fans auf den Bieberer Berg. Am letzten Spieltag wurde vor 22.000 Zuschauern der direkte Konkurrent Borussia Fulda von Platz 2 verdrängt. In der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga scheiterten die Kickers jedoch an den Kontrahenten Sportfreunde Siegen und Tennis Borussia Berlin. Ein Jahr später erreichte der OFC abermals die Aufstiegsrunde und schaffte durch Siege gegen Eintracht Trier und VfL Osnabrück die seit zehn Jahren herbeigesehnte Rückkehr in die 2. Bundesliga. Die Kickers stiegen bereits im Jahr 2000 nach nur einer Saison wieder aus der 2. Bundesliga ab. Nach fünf Spielzeiten in der Regionalliga Süd gelang 2005 die erneute Rückkehr in die 2. Bundesliga. Dort konnte sich der OFC diesmal drei Jahre lang halten, ehe man in der Saison 2007/08 am letzten Spieltag erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz zurückfiel und erneut den Gang in die Drittklassigkeit antreten musste.

2013 stieg der OFC in die Regionalliga ab und spielt seitdem viertklassig, hält jedoch weiterhin einen unglaublichen Zuschauerschnitt von weit über 6000 Zuschauern pro Heimspiel. Die viel zitierte Wucht, die der OFC entfachen kann zeigte sich auch in der Zeit in der Regionalliga durch atemberaubende Choreographien der Heimfans und ausverkauftem Stadion in Spielen des DFB-Pokals.

„Ein Leben für unsere Kickers – so war es – so wird´s immer sein!“

125 Jahre Kickers Offenbach – One OFC

2026 steht ganz im Zeichen von 125 Jahren Kickers Offenbach – ein Jahr voller Geschichte, Feierlichkeiten, Events und einzigartiger Erlebnisse rund um den Verein.

Am heutigen 27. Mai findet die akademische Feier zum offiziellen Vereinsgeburtstag statt und läutet ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm ein.

Im Sommer folgen zwei besondere Freundschaftsspiele: Am 25. Juli empfängt der OFC den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen im Rahmen der langjährigen Fanfreundschaft, die seit über 45 Jahren Bestand hat und am 29. Juli steigt das große Jubiläumsspiel gegen den VfB Stuttgart, das an das historische Meisterschaftsfinale von 1950 erinnert und einen weiteren sportlichen Höhepunkt der Feierlichkeiten darstellt.

Ergänzt wird das Programm durch weitere Veranstaltungen wie Jugend- und Freizeit-Events, ein Darts-Turnier und Golf-Turnier.